Die UNESCO Welterbestätten auf den Philippinen

Eine Reise auf die Philippinen führt zu denkwürdigen und spannenden Orten menschlicher Kulturgeschichte

Von allen Ländern in Südostasien weisen die Philippinen zusammen mit Indonesien und Vietnam die meisten Welterbestätten der UNESCO auf. Diese gliedern sich grundsätzlich in die zwei Arten Kulturdenkmäler und Naturdenkmäler. Auf den Philippinen gibt es insgesamt drei Kulturdenkmäler an sechs verschiedenen Stätten, weil vier verschiedene Barockkirchen als Kulturerbestätte „Philippinische Barockkirchen“ zusammengefasst wurden. Dazu kommen drei weitere Naturerbestätten, die aufgrund ihrer Einzigartigkeit und Authentizität weltbedeutend sind. Ein Urlaub auf den Philippinen bietet neben dem Aspekt der Erholung an traumhaften Stränden also auch die Möglichkeit, einzigartige Kultur- und Naturdenkmäler der Menschheit zu besichtigen. An neun verschiedenen Orten, die über die ganze Inselwelt der Philippinen verstreut sind, können Sie sich somit vom Beitrag des philippinischen Volkes zur Kultur der Welt überzeugen.

Die Kulturerbestätte
„Reisterrassen im Banaue-Tal“

Ein vorbildliches Zeugnis der Harmonie zwischen intensiver landwirtschaftlicher Nutzung und gleichzeitigem Schutz der Natur liefern die vor 2000 Jahren entstandenen Reisterrassen im Baunaue-Tal. In der Provinz Ifugao im Norden Luzons gelegen, erstrecken sie sich auf einer Fläche von 250 km².
Da das Banaue-Tal nur etwa 20 Kilometer lang ist, sahen sich die Ifugao, ein altmalaiisches Bergvolk, gezwungen, auch die Hänge der nordphilippinischen Kordilleren für den Reisanbau zu nutzen. Sie entwickelten dabei eine besondere Kunstfertigkeit und gaben ihr Wissen vom Terrassenbau von Generation zu Generation mündlich weiter. Die Zahl der Terrassenflächen, die an den steilen Berghängen bis in Höhen von 1500 Metern kleben, geht in die Millionen. Einige davon sind nur wenige Quadratmeter groß und durch Stützmauern von 6-10 Metern Höhe gesichert. Über ein genial durchdachtes Bewässerungssystem fließt das Wasser von den Berghöhen durch Kanäle und Leitungen aus Bambusrohr in die oberste Terrasse, füllt diese, um dann von Terrasse zu Terrasse seinen Weg ins Tal fortzusetzen. Die Reisterrassen im Banaue-Tal gehören seit 1995 zum UNESCO-Welterbe.

Banaue_Rice-Terraces

Kulturerbestätte „Philippinische Barockkirchen“

Die Tatsache, dass die spanischen Missionare gründliche Arbeit geleistet haben, hat dazu geführt, dass die Philippinen heute das einzige katholische Land Asiens sind. Allerdings war der Einfluss von Buddhismus und Islam naturgemäß sehr groß, sodass die kirchlichen Bauten Macht, Größe und Stabilität des christlichen Glaubens demonstrieren mussten. So entstand eine einzigartige Synthese von europäischem Barock und der lokalen Kunst- und Handwerkertradition.

Miag-ao Kirche in Iloilo

Das Ergebnis sind Kirchen, die wie uneinnehmbare Festungen des Glaubens wirken. Ihr Baustil wird auch scherzhaft als Erdbeben-Barock bezeichnet. Sehr anschaulich drückt sich diese Besonderheit an der 1797 geweihten Kirche St. Thomas von Villanueva in Miagao auf der Insel Panay aus, deren Glockenturm einer Festung gleicht. Ebenso wehrhaft zeigt sich die Kirche Unserer Lieben Frau in Santa Maria nahe Manila. Wie eine befestigte Pyramide steigt die Fassade der Kirche St. Augustinus in Paoay im Norden Luzons auf. Allein die sich im Altstadtviertel Intramuros in Manila befindende Kirche St. Augustinus erstaunt durch ihre städtische Eleganz. 1626 geweiht, gehört sie zu den ältesten Kirchen auf den Philippinen. Seit 1993 gehören die genannten vier Kirchen zum UNESCO-Welterbe.

Kulturerbestätte „Historische Stadt Vigan“

Als einzige komplette Stadt wurde Vigan in das Welterbe der UNESCO 1999 aufgenommen. Sie gilt als älteste bestehende Kolonialstadt und liegt an der Nordwestküste Luzons am Südchinesischen Meer. Ihre günstige Lage machte sie zur Kolonialzeit zu einem wichtigen Handelsstandort. Auch wurden von hier aus die Schätze des Landes nach Acapulco in Mexiko transportiert, um dann ihren Weg nach Spanien fortzusetzen. Seit damals hat sich die Innenstadt kaum verändert. Sehenswerte Bauwerke sind die dreischiffige Kathedrale von 1574 sowie etwa 130 herrschaftlich, spanische Kolonialhäuser, die der Stadt Vigan ihren unvergleichlichen Charme geben. Mit der Aufnahme der Stadt in die renommierte Liste des Weltkulturerbes ist Vigan zu einer Quelle des Stolzes und einem nationalen historischen Symbol der Filipinos geworden.

Kalesa in der Stadt Vigan

Naturerbestätte „Tubbataha-Park“

Zwei kleine Atolle in der Sulu-See, rund 180 Kilometer südöstlich der Insel Palawan bilden diesen Meeresnationalpark. Sie ragen nur einen Meter aus dem Wasser und sind relativ schwer zu erreichen. Dies hat zu einer mannigfaltigen und einzigartigen Tierwelt geführt, die der UNESCO seit 1993 als schützenswert gilt. Der Großteil des Tubbataha-Riffs besteht aus einem wilden Durcheinander von mehr als 40 Korallenarten. Hier kann man den selten gewordenen Karettschildkröten ebenso begegnen, wie dem Mantarochen. Vor allem das südliche Atoll wartet mit etwa 380 Fischarten auf, wie zum Beispiel dem spektakulären Napoleon-Lippfisch. Das nördliche Atoll, die Vogelinsel, umschließt eine Lagune aus Korallensand und ist ein idealer Brut- und Nistplatz für zahlreiche Vogelarten, wie Schwalben- und Tölpelarten oder dem Großen Nashornvogel.

Tubbataha Riff der Sulu-See

Naturerbestätte „Nationalpark Unterirdischer Fluss“

Karstlandschaft auf Palawan & Coron
Underground-River der Insel Palawan

Eine herrliche Karstlandschaft mit einem unterirdischen Fluss auf der Insel Palawan gehört seit 1999 zum UNESCO-Welterbe. Der offizielle Name lautet Puerto-Princesa-Subterranean-River-Nationalpark. Er umfasst etwa 5750 Hektar. Die größte Attraktion des Parkes befindet sich gut 80 Kilometer nordwestlich der Inselhauptstadt Puerto Princesa bei dem Fischerdorf Sabang. Der längste schiffbare Untergrundfluss der Welt hat eine Länge von 7 Kilometern, davon sind etwa 4,2 Kilometer schiffbar. Das geschätzte Alter beläuft sich auf 23 Millionen Jahre. Der Fluss mündet direkt ins Südchinesische Meer. Im Jahre 2010 entdeckte eine Gruppe von Umweltschützern und Geologen, daß der Untergrundfluss noch eine zweite Ebene besitzt, was bedeutet, daß es kleine Wasserfälle innerhalb der Höhle gibt. Der Park selbst zeichnet sich durch eine Vielzahl endemischer Tier- und Pflanzenarten aus. Dazu gehören der Palawanpfaufasan, der Grünrücken-Nektarvogel, der Palawanhornvogel und der sehr selten gewordene Rotsteißkakadu.

Die UNESCO Naturerbestätte
„Mount Hamiguitan Range Wildlife Sanctuary”

Diese Region befindet sich im äußersten Südosten der Philippinen auf der Insel Mindanao und wurde erst 2014 in die Liste der UNESCO Weltnaturerbestätten aufgenommen. Rund um den 1620 Meter hohen Berg Hamiguitan erstreckt sich das einzigartige Naturschutzgebiet auf knapp 7.000 Hektar in der Provinz Davao Oriental. Eine Besonderheit der Region sind die fünf verschiedenen Vegetationszonen. Während bis einer Höhe von etwa 420 Metern vorwiegend agrarwirtschaftlicher Landbau für die Vegetation kennzeichnend ist, dominieren zwischen 420 und 920 Metern die für Südostasien typischen Flügelfruchtgewächse die Vegetation. Es folgen ein etwa 250 m hohes Gebiet mit niedriger Bergflora und eine Mooslandschaft zwischen 1160 und 1350 Höhenmetern. Komplettiert werden die fünf Vegetationszonen von einem einzigartigen Pygmäenwald mit endemischen Baumarten. Der Nationalpark ist die Heimat zahlreicher Pflanzen und Tiere, die nur auf den Philippinen vorkommen. Dazu zählen vor allem der majestätische Philippinenadler, das Philippinische Pustelschwein oder die gefährdete Vogelart Bartlett-Dolchstichtaube.

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